Pflegegesetz SGB XI

Wer ist Pflegebedürftig?

Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung können alle Versicherten beanspruchen, die pflegebedürftig sind. Diesen Begriff hat der Gesetzgeber genau bestimmt. „Pflegebedürftig sind Personen, wenn sie wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem Maße der Hilfe bedürfen."

 

Zu den Krankheiten und Behinderungen zählen:

  • Verlust, Lähmung oder andere Funktionsstörungen am Stütz- und Bewegungsapparat
  • Funktionsstörung der inneren Organe oder der Sinnesorgane
  • Störung des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen

 

Ob Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes vorliegt, prüft der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK). Einen Antrag für die Begutachtung stellt man bei seiner Krankenversicherung. Bei einem häuslichen Besuch ordnet der Mitarbeiter des MDK den Betroffenen einem Pflegegrad zu.

Pflegestufen

Erhebliche Pflegebedürftigkeit

Hierzu gehören jene Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand für die Hilfe bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen, wobei auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen müssen.

Schwerpflegebedürftigkeit

Zu dieser Gruppe zählen Menschen, die bei der Körperpflege, Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der Hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand für die Hilfe bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung muss im Tagesdurchschnitt mindestens 180 Minuten Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindesten 121 Minuten entfallen müssen.

Schwerstpflegebedürftigkeit

Hierzu gehören die Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, also auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der Hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der Zeitaufwand für die Hilfe bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung muss im Tagesdurchschnitt mindestens 300 Minuten betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens 240 Minuten entfallen müssen. Bei Kindern ist für die Zuordnung der zusätzliche Hilfebedarf gegenüber einem gesunden gleichaltrigen Kind maßgebend.

Leistungsvoraussetzungen

Die Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung werden grundsätzlich ab dem Zeitpunkt der Antragsteilung gewährt. Voraussetzung ist, dass zu diesem Zeitpunkt bereits Pflegebedürftigkeit nach dem Gesetz besteht. Beim Ausfüllen des Antrags sind wir Ihnen gerne behilflich.

Leistungen der Pflegeversicherung ein Kurzinfo

SGB XI 2015

Pflegegeld

Sachleistung =
Ambulante Pflege

Vollstationär

Pflegestufe 0 (mit Demenz) 123,00 € 231,00 €  
Pflegestufe I 244,00 €
468,00 € 1.023,00 €
Pflegestufe I (mit Demenz) 316,00 € 689,00 €   
Pflegestufe II 458,00 €
1.144,00 € 1.279,00 €
Pflegestufe II (mit Demenz) 545,00 € 1.298,00 €  
Pflegestufe III 728,00 €
1.612,00 € 1.550,00 €
Pflegestufe III (mit Demenz) 728,00 € 1.612,00 €  
Kurzzeitpflege Alle 1.612,00 €    
Verhinderungspflege Alle 1.612,00 €
   
Umbaumaßnahmen 4.000,00 €
   
Hilfsmittel zum Verbrauch Alle 40,00 €
   
Hilfsmittel alle Pflegestufen

z.B. Krankenbett
Betttisch
Toilettenstuhl

   
Betreuung,
auch bei Pflegestufe 0
104,00 €
208,00 € z.B. bei
Demenzpatienten
Rentenversicherung:
Beiträge für die Pflegeperson
Unter gewissen
Bedingungen
   
Pflegeeinsatz /
Beratung bei Geldleistung
Pflegestufe I und II:
jedes halbe Jahr
Pflegestufe III:
alle 3 Monate
Kosten übernimmt
Pflegekasse